Glasieren & Brennen
Wie aus weichem Ton feste Keramik wird
Wenn dein Stück fertig geformt ist, beginnt der Teil, der beim Töpfern am meisten Geduld verlangt: Trocknen, Brennen, Glasieren und noch einmal Brennen. Erst danach ist aus Ton echte Keramik geworden – hart, wasserfest und, je nach Glasur, auch für den Alltag geeignet.
1. Trocknen
Frisch geformter Ton enthält viel Wasser. Er muss langsam und gleichmäßig trocknen, damit keine Risse entstehen. Je nach Größe und Wandstärke dauert das mehrere Tage bis Wochen. Zwischendurch wird das Stück im „lederharten“ Zustand nachbearbeitet oder verziert.
2. Schrühbrand
Im ersten Brand, dem Schrühbrand, wird der vollständig getrocknete Ton auf rund 900 bis 1000 °C erhitzt. Danach ist er fest, aber noch porös – genau richtig, um die Glasur aufzunehmen.
3. Glasieren
Glasur ist eine Mischung aus feinen Mineralien, die im Ofen zu einer glasartigen Schicht schmilzt. Sie wird getaucht, geschüttet oder mit dem Pinsel aufgetragen. Das Spannende: Vor dem Brand sehen viele Glasuren blass und kreidig aus. Ihre eigentliche Farbe zeigen sie erst nach dem Brand – und manchmal überraschen sie dabei.
Tipp: Lass den Standring deines Gefäßes frei von Glasur, sonst klebt es im Ofen an der Platte fest.
4. Glasurbrand
Im zweiten Brand schmilzt die Glasur und verbindet sich fest mit dem Scherben. Je nach Ton und Glasur liegen die Temperaturen meist zwischen etwa 1000 und 1250 °C. Danach kühlt der Ofen langsam ab – das Öffnen nach dem Brand ist jedes Mal ein kleiner Moment der Spannung.
Brennen übernehmen wir
Bei Ton & Zeit musst du dich um das Brennen nicht kümmern: Deine Stücke aus dem Töpferkurs oder der offenen Werkstatt werden in unserem Brennofen gebrannt. Wann du sie abholen kannst, erfährst du bei uns in der Werkstatt.